Streichholz und Traum

Man glaubt es kaum, aber das Streichholz wurde rund 40 Jahre nach dem Feuerzeug erfunden und trotzdem könnte man rein vom Gefühl her meinen, es sei genau umgekehrt. Weshalb konnte sich eine altmodischere Variante des Feuer-Erzeugens trotzdem durchsetzen? Vermutlich hat es damit zu tun, dass es sich bei einer zündenden Idee oder bei einem Traum ähnlich verhält, wie beim Entzünden eines Streichholzes.

Genau wie das frisch entzündete Streichholz einen starken und schier unauslöschbaren Funken auslöst, genauso ist es bei einem Traum oder eben bei einer zündenden Idee. Wenn der Funken springt, entsteht eine Faszination und ein bezauberndes Bild. Weder heftiges Schütteln, noch starker Wind ist in der Lage, diesen kräftigen Funken auszulöschen.

Ist der erste starke Zündfunken vorbei hat man schlicht und einfach ein kleines Flämmchen in der Hand, das auf jeden kleinen Windstoss reagiert. Wenn man nun mit dieser kleinen Flamme unbedacht losrennt, löscht sie aus, noch bevor wir etwas damit anfangen konnten. Bleiben wir hingegen stehen und halten unsere Hände schützend um die Flamme, müssen wir es fallen lassen, weil es uns sonst brennen würde, noch bevor wir etwas damit entfachen konnten.

Genau genommen ist das exakt mit unseren Träumen und zündenden Ideen zu vergleichen. Zu Beginn ist auch da der zündende Funken, der eine Faszination auslöst. Dann rennen wir damit los und wenn der erste Windstoss (Problem oder Einwand) kommt, löscht die Flamme wieder aus. Manchmal bleiben wir aber auch einfach damit stehen, bis wir den Traum wieder fallen lassen müssen, weil wir uns sonst die Finger verbrennen würden. In beiden Fällen kommt dann meistens Frust oder Resignation auf und wir haben die erste Bestätigung, dass es halt doch nicht funktioniert oder eben doch nichts für uns ist.

Dabei wäre schlicht und einfach die Vorgehensweise zu ändern. Um etwas Grandioses zu erreichen, reicht ein Traum alleine genauso wenig aus, wie ein frisch entfachtes Streichholz nicht ausreicht, um einen warmen Ofen zu erhalten. Will man einen warmen Ofen, muss man das Holz im Ofen entfachen, bevor das Streichholz ausgebrannt ist. Und wer will, dass sich ein Traum erfüllt, muss eben auch mit der zündenden Idee das nächst Grössere damit entfachen.

Die Frage ist also auch hier: Wie gehe ich in der Folge mit der zündenden Flamme um? Was mache ich daraus? Wie mache ich aus einem Traum eine Essenz (Vision), die ich dann schrittweise in die Realität holen kann? Wer das noch nicht beherrscht, sollte das unbedingt lernen, denn es sind die erfüllten Visionen, die Harmonie ins Leben bringen. Löschen Sie das nächste Mal den zündenden Funken nicht aus, indem Sie einfach losrennen. Bleiben Sie aber auch nicht einfach damit stehen, bis Sie sich die Finger damit verbrennen. Entfachen Sie damit ein grosses Feuer, das auch starkem Gegenwind stand hält.