Die meisten Menschen treffen für das neue Jahr immer wieder gute Vorsätze – einige halten dann auch ganz gut, während andere oft schon in den ersten Tagen wieder auseinanderfallen. Der schönste, nicht ganz ernst zu nehmende guten Vorsatz den ich kenne ist: "Im neuen Jahr bleibt alles ganz anders". Er gefällt mir besonders gut, weil er alle Optionen offen lässt und komme was wolle, man ist immer auf der sicheren Seite.
Ganz gleich, ob Du ein grosser Fan von guten Vorsätzen bist oder nicht, sie spielen unbewusst immer eine gewisse Rolle, denn im Hintergrund steht immer auch ein Wunsch zur Veränderung. Die Menschen spüren, dass es in einem Lebensbereich nicht mehr so weiter gehen soll oder darf. Sie realisieren, dass sie eine Richtungsänderung vornehmen sollen oder müssen, damit das, was sie sich wünschen, Realität werden kann, oder das, was sie befürchten nicht eintrifft.
Warum aber sind die meisten dieser guten Vorsätze oft schon nach wenigen Tagen wieder in Luft aufgelöst? Sind die Menschen einfach zu wenig hart mit sich selbst oder zu wenig konsequent? Kann sein. Ich glaube jedoch, dass viele Menschen das, was sie gerne tun mit dem verwechseln, was getan werden muss.
In meiner Zeit als Persönlichkeitstrainer habe ich tausende von Menschen sagen hören, was sie alles tun möchten. Viele von ihnen versuchen seit über zehn Jahren das zu tun, was sie gerne tun möchten. Sie reden und reden immerzu davon, was sie dereinst alles tun möchten und beschäftigen sich intensiv mit dem, was sie dereinst tun möchten, und haben dadurch keine Zeit mehr, das zu tun, was getan werden muss. Ist das, was getan werden muss, erst einmal verrichtet, steht man in der Regel schon einen entscheidenden Schritt näher bei dem, was man tun möchte – oder man steht sogar mitten drin.
Wie aber kann man das, was man gerne tun möchte, mit dem verwechseln, was getan werden muss? Der Hauptgrund liegt darin, dass den Menschen das WARUM – das Motiv nicht klar ist. Der Vorsatz erhält nach dem ersten Funkensprung keine neue Energie und erlischt wie ein Streichholz, noch bevor etwas Grösseres damit angezündet werden konnte. Ist jedoch ein starkes Motiv vorhanden, wird das Müssen plötzlich zum Wollen.
Sich nur mit dem zu beschäftigen, was man gerne tun möchte, ist als ob man den Ferienkoffer schon auspackt, noch bevor man überhaupt verreist ist. Gewiss – schön wäre es schon, wenn man den Koffer am Ferienort auspacken könnte. Bis es allerdings soweit ist, braucht es noch einiges, das getan werden muss.
Werde Dir bewusst, was genau Du willst, finde das WARUM heraus. Beschäftige Dich mit all dem, was getan werden muss, damit Du in Zukunft das tun kannst, was Du gerne tun würdest.
Wir wünschen Dir dabei ganz viel Glück, Freude und Spass.