Wir Menschen gliedern unsere Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um erleben zu können. Wir kreieren uns damit eine innere, lineare Zeitlinie um unsere Erfahrungen und Erlebnisse abrufbar zur Verfügung zu haben. Es sind sozusagen unsere Spuren im Schnee und unter diesen Spuren verborgen, liegen unsere Ressourcen.
Über diese Zeitlinie können wir lernen und verstehen, hier laufen unsere Wertungen ab, ob die Welt (die Sache) gut oder schlecht für uns ist. Es ist unser momentaner Blickwinkel, welche Seite (Polarität) wir wahrnehmen und zu unserer Realität erklären. Die andere Seite erscheint uns als gegensätzlich, bildet aber mit der wahrgenommenen Seite eine Einheit. Stelle Dir eine Türe vor. Auf der einen Seite der Tür steht Eingang und auf der anderen Seite steht Ausgang. Du kannst Dich dieser Tür also von beiden Seiten nähern, kannst hinein gehen oder hinaus gehen. Ganz gleich, von welcher Seite Du die Tür betrachtest, es ist und bleibt immer die EINE Tür. Polarität ist wichtig für uns, denn nur so können wir uns erfahren, können uns als Persönlichkeit wahrnehmen.
Wir brauchen die Polarität um werten und verstehen zu können. Wir müssen wissen, was kalt ist, um zu erfahren, was warm ist. Wir müssen leiden erfahren um zu spüren, wann wir glücklich sind. Wenn wir eine Sache formulieren, denken oder tun, kommt immer eine der beiden polaren Möglichkeiten zum Ausdruck. In jeder Sache ist auch die Möglichkeit der anderen Seite. Diese beiden Pole brauchen sich gegenseitig, um existieren zu können.
Darum nennen wir zum Beispiel den Prozess der Wahl zwischen einer der beiden Seiten auch Entscheidung. Sobald wir uns für die eine Seite entschieden haben, scheiden (trennen) wir uns von der Möglichkeit, die die andere Seite uns geboten hätte. Dein Atem ist ein Beispiel für den Rhythmus der Polarität. Beobachte, wie er ein, und ausströmt. Ein ständiger Rhythmus der Polarität. Eine Schwingung, eine Frequenz die uns am Leben erhält. Rhythmus und Schwingung ist der ständige Wechsel zwischen zwei Polen. Rhythmus und Schwingung ist das Grundmuster des Lebens. Die Physik lehrt uns, dass sich alle Erscheinungsformen auf Rhythmus – auf Schwingung zurückführen lassen.
Wenn wir den Rhythmus zerstören, zerstören wir das Leben. Wenn wir uns weigern auszuatmen (wenn wir den Rhythmus unseres Atems unterbrechen) können wir auch nicht mehr einatmen, denn unser Atem ist polar, das eine lebt vom anderen. Nehmen wir das Ausatmen weg, verschwindet auch das Einatmen. Das Einatmen braucht also das Ausatmen, braucht den polaren Gegenpol, um existieren zu können.
Wer also das Negative im Leben ablehnt, verwehrt sich das Positive genauso wie jener, der sich ständig von Griesgram ernährt.
Im dem Sinne wünschen wir dir eine ausgewogene Zeit, in der auch Glück, Freude und Spass ihren Platz findet.