Abfallentsorgung

Ein völlig natürlicher Ablauf aller biologischen Organismen ist, nach der Nahrungsaufnahme die verdaulichen von den unverdaulichen Stoffen zu trennen. Mit den Abfallprodukten werden diese unverdaulichen Stoffe von jedem lebendigen Organismus entledigt. Das ist ein absolut natürlicher Vorgang, dem kaum jemand eine besondere Bedeutung zukommen lässt. Das sollten wir aber, denn für jeden lebenden Organismus bedeutet diese Ausscheidung gleichzeitig eine Entgiftung, ohne den er nicht gesund weiter leben kann. All das, was für den Organismus keinen Nährwert mehr hat, ist bloss noch Ballast.

Offenbar meinen viele Menschen, sie könnten der Natur auch hier ein Schnippchen schlagen und verhalten sich prompt in vielen Bereichen gegen diesen natürlichen Verlauf, indem sie die oben aufgeführte natürliche Ausscheidung nur auf Nährstoffe und deren Verarbeitung beziehen.

Was aber ist mit unseren Einstellungen, Verhaltenmustern, Wertesystemen, Glaubenssätzen, Gefühlen und Emotionen? Und wie sieht es im Beziehungsnetz oder mit Gegenständen um uns herum aus? Sollte nicht auch in diesen Bereichen längst Verdautes ausgeschieden werden? Oder Unverdautes endlich mal verarbeitet und ausgeschieden werden – wie es die Natur dafür vorgesehen hat?

Der menschliche Körper wird als etwas Festes und Materielles wahrgenommen. Der menschliche Geist hingegen als nicht greifbar und flüchtig. Das menschliche Verhalten widerspiegelt jedoch ein ganz anderes Bild. Während sich der Körper unentwegt von Abfallprodukten und Giftstoffen entledigt - sonst wäre er nicht überlebensfähig - bleibt vieles in unserem Geist oft über Jahrzehnte hängen und vergiftet die Gefühle und Emotionen. Sei es zu sich selbst, zu Mitmenschen oder zu Gegenständen rund um uns herum.

Stellen Sie sich ruhig einmal einige Fragen:

  • Steht das, was ich glaube, noch im Einklang zu meinen äusseren Erfahrungen?
  • Sind meine Einstellungen zum Leben, zum Beruf, zum Sex, zur Politik, zur Moral noch aktuell?
  • Habe ich noch wirklich grosse Träume, oder sehne ich mich bloss nach etwas, das ich innerlich schon längst als unerreichbar abgetan habe?
  • Ist das, was ich rund um mich sehe, für die Verwirklichung meiner Träume wichtig und dringlich?
  • Hat das, was ich rund um mich sehe, für mich noch einen Genussfaktor, kann ich mich darüber freuen, wie beim ersten Mal?
  • Steht das, was ich rund um mich sehe, in einem vernünftigen Verhältnis von Aufwand und Nutzen?

Es versteht sich von selbst, dass jetzt keine unüberlegten Handlungen folgen sollten. Viel mehr folgt an dieser Stelle ein Aussortieren von „Verdaubarem“ und „Unverdaubarem“. Wie der Körper aus dem Verdaubaren die restlichen Nährstoffe entzieht, so können Sie bei all dem, was Sie bei den vorhergehenden Fragen als „verdaubar“ eingestuft haben, die „Nährstoffe“ entziehen, und das Abfallprodukt mit dem „Unverdaubaren“ ausscheiden. Das schafft Platz für Neues. Was von Altem besetzt ist, kann für Neues nicht genutzt werden.

Ängste, sich falsch zu entscheiden, können einen in dieser Phase lähmen. Jedoch – die falscheste aller Entscheidung ist die Nicht-Entscheidung, dann entscheidet halt die Zeit oder eben jemand Anders.

Das Leben ändert sich unaufhaltsam – ändert sich auch Ihre Geisteshaltung? Durchforsten Sie ruhig auch weitere Bereiche in Ihrem Leben.

  • Habe ich Freunde, die keine wirklichen Freunde mehr sind, sondern nur aus Gewohnheit als solche bezeichnet werden?
  • Habe ich Gegenstände, Kleidung oder sonstige persönliche Sachen, die zwar einen gewissen Erinnerungswert haben, aber sonst keinen weiteren Nutzen darstellen, und nur aufbewahrt werden, weil sie einmal teuer waren?
  • Habe ich erlernte, anerzogene oder konditionierte Verhaltensweisen und Denkweisen, die, bezogen auf meinen Lebenszyklus nicht mehr zeitgemäss sind, und keine wirkliche Befriedigung mehr darstellen?

Welche Hintergründe gibt es für die innerliche Verweigerung, konkret über eine solche natürliche „Entgiftung“ oder „Ausscheidung“ nachzudenken? Der Auslöser für eine innerliche Verweigerung sind oft Killerphrasen, die einen in der Gewohnheits- oder Bequemlichkeitszone festhält.

  • Warum sollte ich denn etwas ändern, es stört mich doch nicht, ich fühl mich doch wohl… (sagt der Mensch mit 40 Kg Übergewicht)
  • Ich habe mich so an diesen Zustand gewöhnt und kann mich davon nicht trennen.
  • Das habe ich immer schon so gemacht, oder das habe ich noch nie so gemacht.
  • Es ging doch bisher immer ganz gut.
  • Das Leben ist so kurz, ich will einfach geniessen.
  • Ich bin eben so wie ich bin, ich kann nicht anders.
  • Warum sollte ich jetzt etwas ändern, jung ist man nur einmal.
  • Später, später, später… hierfür habe ich eine wundervolle Darstellung.

Für die Abfallentsorgung im Haushalt zahlen wir – für die geistige „Müllabfuhr“ vielleicht auch, aber es mieft in beiden Fällen weniger, wenn der Abfall aus dem Haus (Körper) ist.

Wir wünschen Ihnen eine erfüllende Woche voller Glück, Freude und Spass, und bis nächsten Mittwoch